5 Lektionen, die ich bei einer Weltreise über mich gelernt habe

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Lektionen

Wir Deutschen reisen mehr als je zuvor Individuell. Rucksack auf den Rücken, Flug gebucht und sich treiben lassen. Immer mehr Familien suchen nach alternativen Lebensformen und kehren dem System den Rücken zu. Reiseblogs sprießen aus dem Boden und machen uns heiß auf die große weite Welt mit schönen Naturerlebnissen und kulturellen Erfahrungen. Sie vermitteln uns ein Gefühl von Freiheit und Lebenslust, das wohl in jedem von uns etwas anrührt. Doch ist Reisen wirklich immer so unbeschwert und entspannt?

Z​um Teil JA, zum Teil NEIN

Nur darüber wird in den unterschiedlichen Blogs und Vlogs selten berichtet. Hier sehen wir meistens gute und praktische Reisetips gefärbt in gut gelaunte und euphorisierende Emotionen, die Lust auf mehr machen.

Doch in Wahrheit ist eine Reise nicht nur schön und aufregend, sondern auch eine Reise zu deinen inneren Themen.

Gefühle, Traumata, alte Blockaden haben es leichter sich zu zeigen. Wenn du dann noch mit deinem Partner oder gar mit deiner ganzen Familie reist multiplizieren sich die Themen miteinander und es entstehen Dynamiken, die Krisen hervorrufen können. Diese gilt es dann auf der Reise zu transformieren.

In diesem Artikel möchte ich meine fünf wichtigsten persönlichen Lektionen, außerhalb von schönen Orten und aufregenden Erfahrungen mit euch teilen. Ich werde mich hier auf einen meines Erachtens viel zu selten erwähnten weiteren Aspekt konzentrieren und zwar auf den Menschen, der die Reise bestreitet.

Welche Auswirkungen hat eine Reise auf uns und wie wird die Reise und das Erlebte wahrgenommen und verarbeitet?



Warum sind wir auf Reisen für Krisen empfänglicher?


Eine mehrmonatige Reise ist zwangsläufig auch eine Reise außerhalb deiner Komfortzone. Du befindest dich ständig im Lernmodus. Nichts ist vertraut, außer vielleicht dein Rucksack oder dein Reisepartner. Vielleicht hast du ein paar Informationen aus deinem Reiseführer oder aus dem Internet über dein Ziel, doch die Realität sieht meistens bei der Ankunft ganz anders aus.

Du hälst dich ständig in einem ‚unsicheren‘ Bereich auf, in welchem du nur auf wenige deiner Alltagserfahrungen zurückgreifen kannst. Hier lernst du natürlich viel mehr als zu Hause, nur eben auch oft durch Versuch und Irrtum. Dadurch sind natürlich Frustrationen vorprogrammiert.

Einzeln, kann man die gut Kompensieren, doch wenn sie mal gehäuft auftreten, was durchaus nicht selten passiert, kommt unsere Psyche schon mal an ihre Grenzen.

Die klassischen Kompensationsstrategien sind Verdrängung und Ablenkung, wovon wir zu Hause eine Menge haben. Unserer tägliche Arbeit oder Studium, unsere Medien vom Fernseher bis hin zu Facebook, unser soziales Umfeld Freunde oder Familie sind beispielsweise sehr effiziente Verdrängung - und Ablenkungsmechanismen, welches die meisten Menschen als solche garnicht einordnen würden.

Doch jeder kennt vielleicht die Situation, dass man in den ersten Urlaubstagen plötzlich krank wird. Das ist natürlich kein Zufall, die ganzen Überlebensmechanismen treten im Urlaub zu Seite, der Körper entspannt sich und die Erkrankung kann ausbrechen.

So ähnlich passiert es dann auch mit tiefliegenden Gefühlen oder Blockaden, die es dann auch leichter haben ins Bewusstsein zu treten. Die Gefühle können ganz unterschiedlich in ihrer Dauer und Stärke auftreten. Sie zuzuordnen ist meistens auch sehr schwer, was die Lage dann nicht unbedingt leichter macht.

Gefühle können einen buchstäblich an seine Grenzen bringen, vielleicht nicht unbedingt in ihrer Stärke, jedoch in ihrer immer wiederkehrenden Konstanz. Aber dazu später mehr.

Zusammenfassend kann man sagen, dass wir uns auf längeren Reisen, vor allem in fremden Kulturen ständig in einem ‚unsichreren’ beziehungsweise unvertrauten Lernmodus befinden. Weiterhin fallen viele der gewohnten Ablenkungen weg und unbewusste Verdrängungsversuche scheitern häufiger. Das bedeutet in der Praxis: Das sämtliche Gefühle viel deutlicher wahrgenommen werden und man dadurch automatisch in die Beschäftigung mit sich selbst kommt. Oder anders ausgedrückt: Es wird immer schwieriger vor sich selbst wegzulaufen.



Lektion 1: Was sind Krisen und warum sind sie eigentlich eine Chance?


Krisen gehen immer Neuanfängen voraus. Die Krise (kommt von krísis, ursprünglich Entscheidung) beschreibt eigentlich den Vorgang einer Entscheidungsfindung und zwar altes loszulassen und neues anzunehmen und schließlich zu integrieren. Es findet ein Paradigmenwechsel statt, aus dem dann eine neue Handlungsebene entsteht. Man könnte auch sagen, dass Krisen eine Brutstätte für Entwicklungen sind.

Es ist leider nicht möglich sich ohne ein Krise zu entwickeln. Wir müssen an unsere persönlichen Grenzen kommen, wo unser Wissen und Erfahrungsreichtum ausgeschöpft ist. Wo unser Verstand buchstäblich nicht mehr weiter weiß. Erst hier können wir Alternativen finden, für die wir vorher blind waren und können durch sie innerlich wachsen. Genau hier drin besteht die Chance. Die Chance innerlich wachsen zu können.

Dieser Prozess verläuft jedoch nicht immer Linear, sondern zeichnet sich durch immer wiederkehrende Rückfälle in die alten Verhaltensmuster aus, bis sich das neue Verhalten vollkommen integriert hat.

Auf längeren Reisen werden wir leichtere und vielleicht auch schwerere Krisen durchleben. Doch sie bringen uns auch näher zu uns, zu dem was wir wirklich sind. Sie lernen uns auch so anzunehmen wir nunmal sind.

Denn Krisen haben vor allem eine hoffnungsstiftende Perspektive in sich, auch wenn es sich meistens anders anfühlt und man den Sinn oft nicht gleich erkennt.



Lektion 2: Das Spiel mit den eigenen Erwartung und warum sie immer Enttäuscht werden!?


In erwarten steckt das Wort „warten“. Wir warten auf eine eine Gehaltserhöhung, auf das perfekte Wetter, vielleicht auch darauf, dass uns unser Partner oder Partnerin endlich versteht. Kurz um. Wir verbringen mit warten oder erwarten eine Menge Zeit im Leben.

Wieviel Erwartungen du tatsächlich an dein Leben hast, kannst du in deiner Komfortzone schwer herausbekommen. In unserem Alltag ist vieles sehr gut kalkulierbar, wir kennen viele Zusammenhänge, wir kennen unser Umfeld und unsere Infrastruktur. Wir können vieles ziemlich gut einschätzen und unsere Erwartungen werden wenn, meist im sozialen oder im beruflichen Kontext enttäuscht.

Wenn du dich jedoch in fremden Kulturen aufhälst und häufig den Ort innerhalb eines Landes wechselst, lernst du deine persönlichen Erwartungen gut kennen, die dir vorher vielleicht nicht einmal bewusst waren. Erwartungen an die nächste Unterkunft, Erwartungen an das nächste Restaurant, Erwartungen an das Wetter, um nur einmal ein Paar zu nennen.

Die Erwartungen an sich sind natürlich nur mit sehr viel Achtsamkeit nach innen zu entlarven, doch das Gefühl einer daraus resultierenden Enttäuschung spüren wir hingegen recht deutlich.

An der Anzahl deiner Enttäuschungen kannst du erkennen, wieviel Erwartungen du an dein Leben stellst . Denn einer Enttäuschung geht immer eine Erwartung voraus, deswegen auch (Ent)Täuschung. Die die selbsterzeugte Täuschung hat ein Ende.

Auf Reisen ist die Gefahr sich mit Erwartungen zu identifizieren extrem hoch. Wir informieren uns über Reiseführer oder das Internet über mögliche Reiseziele, schauen uns bearbeitete Bilder an, buchen Unterkünfte über Bewertungsportale, bevor wir jemals den Ort gesehen haben. Durch das Lesen anderer Meinungen entstehen bei uns natürlich Phantasien und die werden dann schnell zu Erwartungen. Erschwerend kommt hinzu, dass in anderen Kulturen auch vieles eben anders läuft, sodass für uns vertraute kulturelle Bedingungen hier einfach nicht gelten und dem entsprechend folgen viele Enttäuschungen.

Enttäuschungen sind natürlich nicht nur negativ, sie können auch als Chance gesehen werden. Sie zeigen dir durch unangenehme Gefühle auf, wie sehr du dein Leben kontrollieren willst.

Das kann in machen Fällen dein Ego bis an seine Grenzen bringen. Dann bleibt dir nur noch deine Kontrolle und deine Vorstellungen, wie das Leben sein soll, loszulassen, um nicht ständig wieder enttäusch zu werden. Mit Loslassen meine ich nicht Passivität, sondern ein Loslassen aus Vertrauen und Ergebung. Hier kannst du Demut vor dem Leben lernen und es zu nehmen wie es kommt.



Lektion 3: Wer plant wird verplant


Planen, Planen, Planen. Wir deutsche lieben das Planen. Doch wer länger auf Reisen geht wird als erstes lernen, dass planen wenig Sinn macht und es meistens ganz anders kommt.

Natürlich geht es ganz ohne Planung nicht. Schließlich möchte man, wenn man Nachts ankommt, nicht ohne Unterkunft dastehen. Doch das Pensum an Planung was der durchschnittsdeutsche an Tag legt wir nicht zielführend sein.

Warum ist das so?

Hier verhält sich ähnlich wie mit den Erwartungen. Jeder Plan trägt eine Erwartung in sich, dass er sich erfüllt. Nur, dass jeder Plan auch ein Scheitern in sich trägt, machen sich die meisten - inklusive mir - am Anfang nicht bewusst. Wenn dann eine Planung nicht ganz aufgeht, lautet das Kredo einfach noch besser zu Planen. Das klingt auch erstmal logisch aus einer deutschen Sichtweise, führt aber zu noch mehr Frustrationen oder Enttäuschungen.

Wie in Lektion 2 schon beschrieben, ist es in fremden Kulturen sehr schwer kulturelle Zusammenhänge zu verstehen. Das Verstehen von Zusammenhängen ist jedoch nötig, um halbwegs erfolgreich planen zu können.

Ich möchte euch ein Beispiel von einer nicht erfolgreichen Planung in Sri Lanka erzählen, um es zu verdeutlichen:

Wir waren in Kandy und wollten die touristisch sehr beliebte Strecke mit dem Zug nach Ella fahren. Da wir in unterschiedlichen Blogs und Foren gelesen haben, dass der Zug sehr voll sein soll und es notwendig sei, wenn man einen Sitzplatz haben will, sich ein Tag vorher am Bahnhof, Tickets mit Sitzplatz- Reservierung zu kaufen.

Wir wollten schließlich nicht sieben Stunden Zugfahrt im Stehen verbringen.

Am besagten Tag sagte man uns am Bahnhofschalter , man kann keine Tickets einen Tag vorher kaufen und schon gar nicht mit Reservierung. Wir sollten am nächsten Tag morgens um 8:00 Uhr am Schalter 5 unsere Tickets kaufen.

Ok?!?! Dann halt doch erst am nächsten Tag.

Zurück in unserer Unterkunft sagte uns unser sehr freundlicher Gastgeber, dass alle Tickets für den Zug nach Ella ausverkauft seien. Wir aber für den dreifachen Preis Tickets vom Schwarzmarkt mit Fensterplatzreservierung bekommen könnten.

Ausverkauft?! Na klar!! Die charmante Version uns Touristen das Geld aus der Tasche zu ziehen.

Da jedoch auch der dreifache Preis für deutsche Verhältnisse noch sehr günstig war, beschlossen wir die Tickets zu nehmen. Darauf hin führte er ein Telefonat und teilte uns dann mit, dass selbst die Tickets vom Schwarzmarkt ausverkauft sein und es keine Chance gebe mit den Zug zu fahren.

Wir standen am nächsten Morgen dennoch um 7:00 Uhr am Bahnhof, um uns zu versichern, dass wirklich keine Möglichkeit besteht mit dem Zug zu fahren. Und tatsächlich! Der Schalter 5 verkaufte jetzt doch Tickets nach Ella, zwar ohne Reservierung, aber dafür in der zweiten Klasse. Also kaufte ich schnell zwei Tickets und wir stellten uns an den Bahnsteig und versuchten uns eine gut Position zu sichern, um einen Sitzplatz zu ergattern.

Was uns zu dem Zeitpunkt nicht bewusst war, dass ein Ticket für den Zug nicht bedeutet, dass man auch mit ihm fahren kann.

Wenn er zu voll ist, hast du Pech gehabt.

Genau diese Situation traf ein. Wir kamen nicht in den Zug hinein. In Sri Lanka steigt man von zwei Bahnsteigen ein. Das heißt, der gegenüberliegende und ebenso überfüllte Bahnsteig sollte auch noch in den Zug. Später erfuhren wir, dass in Sri -Lanka Zug Tickets nie ausverkauft sind. Das bedeutet sie verkaufen mehr Tickets als der Zug an Fahrgäste aufnehmen kann.

Wir waren wirklich bemüht es gut zu planen, aber es hat eben nicht gereicht.

Wir verließen anschließend den Bahnhof. Tickets musst du am Bahnhof Ausgang wieder abgeben und sie verlieren ihre Gültigkeit.

An Rückerstattung brauch man nicht einmal zu denken.

Nach einer halben Stunde saßen wir im Bus mit Sitzplatz und waren letztendlich 1,5 Stunden vor dem Zug in Ella angekommen.

Also: Ziel erreicht, sogar schneller und bequemer, nur nicht wie geplant.

Die kleine persönliche Geschichte zeigt, wie wenig man von anderen Kulturen versteht und deren Zusammenhängen. Man ist dem Ganzen auf eine bestimmte Art ausgeliefert und kann sich mit den Geschehnissen treiben lassen. Hier lernt man das Leben so zunehmen, wie es kommt und eben nicht wie man es gerne geplant hätte. Das ist nicht immer ganz einfach, doch man hat kaum eine andere Möglichkeit als seine Haltung dementsprechend zu verändern.



Lektion 4: Die persönliche Konfrontation mit Annehmen und Loslassen


Du erlebst auf Reisen so viele unterschiedliche Momente, Situationen mit Menschen und Tieren, die du zu Hause in der gleichen Zeit nicht annähernd erlebst. Eine Situation reiht sich an die andere. Neue Orte, Unterkünfte, Unterhaltungen etc. Alles tritt in dein Leben und möchte von dir angenommen werden.

Doch wir wissen alle, dass uns das nicht immer leicht fällt. Nicht selten finden wir Situationen auch mal schrecklich, sind genervt, sauer oder traurig. Aber auch diese Situationen wollen unsere Annahme.

Wiederum andere Situationen berühren uns auf eine tiefe Art und Weise und wir möchte sie vielleicht nicht loslassen. Aber auch solche Situationen müssen wir loslassen lernen.

Wenn wir achtsam sind können wir auf einer Reise recht schnell erkennen, dass Leben ein ewiges aneinanderreihen von Annehmen und Loslassen ist.

Kein Tag gleicht dem Anderen. Manchmal sind wir sogar täglich an einem andern Ort, in einer anderen Unterkunft, unter anderen Menschen.

Hier kannst du schnell an dir erkennen, was für ein Typ du bist:

Kann ich besser annehmen oder fällt es mir leichter loszulassen.

Ich habe beispielsweise mehr Schwierigkeiten mit dem Annehmen von Situation, Loslassen fällt mir häufig -zumindest gefühlt- leichter.

Auf Reisen müssen wir nunmal sehr häufig Situationen annehmen, die wir uns vielleicht ganz anders vorgestellt haben. Das hängt natürlich wieder mit unseren Erwartungen zusammen, wie schwer oder leicht es uns fällt Situationen anzunehmen wie sie nunmal sind.

Denn ein Mensch ohne Erwartungen, kann nur positiv überrascht werden.

Zusammenfassend kann man sagen, dass man durch das ständige weiterreisen sich in einer fortlaufenden Konfrontation mit dem Annehmen und Loslassen befindet. Das kann sich manchmal sehr anstrengend anfühlen und in diesen Situationen wünscht man sich nicht selten seine vertraute Komfortzone zurück.

Doch in Wirklichkeit ist es ein gutes Training und macht uns langfristig gelassener. Wir müssen nichts weiter tun als das Leben so zu nehmen wie es kommt. Wenn uns manchmal etwas nicht passt, können wir versuchen es zu verändern, ist das nicht möglich sollten wir lernen es loszulassen.

In Buddhas Worten:

Wenn du ein Problem hast, versuche es zu lösen, wenn du es nicht lösen kannst, dann mach kein Problem daraus.

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Wäre das Leben nicht entspannt, wenn man sich das mal vergegenwärtigt?



Lektion 5: Der letze Ausweg: Fühlen!


Wirklich der letzte Ausweg? Meines Erachtens wirklich der Letzte. Natürlich können wir wieder und wieder mit viel Energie Schuldige im Außen suchen, um uns nur nicht unsere eigenen alten und tiefen seelischen Wunden einzugestehen. Wer so vorgeht wird an den oben genannten Lektionen nicht wirklich reifen, sondern langfristig verbittern und die Welt zum Teufel wünschen. Deswegen sind Krisen auch Chancen und keine Entwicklungsversprechen.

Wie oben beschrieben, kann dich ein längere Reise neben den schönen und aufregenden Erlebnissen auch an deine psychische Grenzen bringen.

Genau an dieser Grenze wußte ich irgendwann nicht mehr weiter. Ich verzweifelte förmlich. Keine meiner Erfahrungen oder erlerntes Wissen half mir hier irgendwie weiter. Ich wollte aber auch keinen mehr dafür verantwortlich machen oder die Schuld geben. Denn ich bin ganz allein für diese Gefühle verantwortlich und irgendwas in mir erzeugt sie permanent. Nach mehreren Wochen des Suchens und nicht Findens, führte mich meine eigene Ohnmacht in den letzen Ausweg, den ich zumindest unbewusst immer vermeiden wollte:

Mich den Gefühlen hinzugeben.

Sie wohlwollend anzunehmen und eben zu fühlen und nicht mehr zu kämpfen.

Hier merkte ich zum ersten mal, dass ich auf dem richtigen Weg bin. Als ob ein kleines Stück Heilung eingetreten ist.

Natürlich bekomme ich auch noch heute unangenehme Gefühle, nur gebe ich mich ihnen so gut ich es kann hin. Denn ich weiß für mich heute, dass nicht das Fühlen der Feind ist, sondern die Angst davor. Nur die wohlwollende Annahme der eigenen Gefühle führt zur langfristigen Zufriedenheit . Doch erst die Verzweiflung und Ohnmacht konnten mich auf diesen Weg bringen. Ich hatte natürlich darüber gelesen, dass man Gefühle zulassen soll, doch was wirklich damit gemeint ist habe ich erst in diesen Moment erfahren.


Fazit

Ich wünsche jedem der gerade in der Welt unterwegs ist oder vor hat eine längere Reise zu machen, sich neben den den tollen und faszinierenden Eindrücken und kulturellen Erlebnissen, sich auch mit der Reise nach Innen zu beschäftigen. Vielleicht macht der Eine oder Andere auf seiner Reise ähnliche Erfahrung oder kann für sich noch etwas ergänzendes hinzufügen. Wichtig ist mir nur, dass die Reise nach Innen mehr Beachtung findet und eben auch mehr thematisiert wird. Denn eine Weltreise ist viel mehr als eine Aneinanderreihung von tollen Spots.

Abschliessen möchte ich mit Goethe ´s Worten:

So lange eine Reise nach außen, nicht auch eine nach innen ist, ist der Durst nie gestillt.

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Sei Anders !

Marcus

4 Kommentare

  1. Anna sagt:

    wow, ich bin gerade wohl am selben Punkt und kann dem nur zustimmen, sich mit sich selbst und seinen aufsteigenden Gefühlen auseinanderzusetzen. Gelungener Artikel 🙂

  2. Marcus sagt:

    Danke Anna für deinen Kommentar. Ich wünsche dir viel Ausdauer und Kraft sich den Gefühlen zu stellen.

  3. Christine sagt:

    Vielen Dank Marcus, du sprichst mir aus der Seele!
    „Nur die wohlwollende Annahme der eigenen Gefühle führt zur langfristigen Zufriedenheit.“ Nachdem ich mich vorgestern gründlich ausgeheult habe, geht es mir deutlich besser. Ich habe aber dennoch das Gefühl, dass dieser Punkt während unserer weiteren Reise noch häufiger wiederkehren wird…

    • Marcus sagt:

      Hallo Christine,
      Danke für deinen Kommentar. Es freut mich zu hören, dass es dir ein wenig besser geht. Meiner Erfahtung nach kommt es tatsächlich immer wieder und baut sich nur Schritt für Schritt ab. Aber es wird immer besser. Ich wünsche euch beiden noch eine angenehme und inspirierende Reise, sowohl im Inneren als auch im Äußeren.

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