Willst du Veränderung in deinem Leben? Dann höre auf es zu wollen!

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Veränderung

Veränderung, sich zu entwickeln ist mehr als je zuvor ein Merkmal unserer heutigen Zeit. Spiritualität, Persönlichkeitsentwicklung, Coaching und Therapie sind die Leitplanken, die uns ein zufriedeneres Leben versprechen. Überschriften wie: In 8 Wochen zu mehr Selbstbewusstsein oder in 12 Wochen Angstfrei Leben klingen verlockend und versprechen viel.

Doch können sie es auch halten? Oder schleicht sich da das gleiche Phänomen ein, wie wir es seit Jahrzehnten von Diäten kennen?

Den JoJo Effekt!

Wir erfahren ein positive Verbesserung und nach einiger Zeit machen sich wieder die alten Muster in unserem Leben breit. Und dennoch haben wir das Gefühl, es hat doch was bewirkt, wir müssen es nur oft genug wiederholen, dann wird sich die langersehnte Veränderung schon einstellen.

Nach über 10 Jahren Erfahrung in der intensiven Arbeit mit Menschen habe ich viele Veränderungen bei Menschen erleben dürfen, aber habe sie auch immer wieder scheitern sehen. Auch ich habe Veränderungen in meinem Leben gemeistert und bin mindestens genauso oft gescheitert. Heute weiß ich aus tiefer Überzeugung, dass sich Veränderung nur dann einstellen, wenn sie unserem tiefsten inneren Selbst entsprechen und nur dann wenn wir sie nicht im geringsten erwarten.


Was ist der eigentliche Sinn jeder Veränderung ?

Wann gelingen Veränderungen und wann scheitern sie?

Kann man überhaupt scheitern oder ist jedes scheitern der eigentliche Motor einer Veränderung?


Diesen Fragen möchte ich mich mit diesem Artikel nähern, um dem Mysterium der Veränderung näher zu kommen.


Was ist der eigentliche Sinn jeder Veränderung?

Wir wollen uns meistens Verändern wenn wir uns mit einer Situation längere Zeit nicht wohl fühlen. Oder wenn sich ungewollte Situationen in unserem Leben mehrfach wiederholen und wir zum ersten mal mit dem Gedanken spielen, ob das nicht vielleicht auch etwas mit uns selbst zu tun hat. Erst, wenn dieser Gedanke auftaucht haben wir die Chance aus der Opfer Haltung unserer Umstände rauszutreten und in die Selbstverantwortung zu gehen.

Das Könnte sich vielleicht so anhören:

Was an meinem Verhalten, Gedanken oder meiner Haltung lässt mich wiederholt diese oder jene Situation erleben?

Viele Menschen nehmen dieses Phänomen der ungewollten Wiederholungen meist zum ersten mal bewusst im Berufsleben oder in Partnerschaften war. Oder an Orten, wo wir auf eine intensive Art und Weise mit Menschen längerfristig zu tun haben. 

Am Anfang versuchen wir diese Umstände im Außen wieder zurechtzurücken und sie an unsere Ego-Strukturen wieder anzupassen. Was auch in vielen Fällen gelingen kann, jedoch nicht zu einer tiefgreifenden Veränderung im Inneren führt.

In solchen Fällen verändern wir unsere Strategien. Vielleicht werden wir darin besser und geschickter unsere Umwelt an uns anzupassen. Die Situationen werden jedoch nicht aufhören sich zu wiederholen, nur die Antworten darauf weden im Laufe des Lebens immer besser und raffinierter.

Die Veränderungen unserer Strategien, auf die immer wiederkehrenden Situationen kommen nur nicht aus einem lebendigen und sich wertschätzendem autonomen Selbst. Sie sind eher angstmotiviert und versuchen unser Selbst zu schützen, welches sich nach Wertschätzung und Anerkennung unsererseits sehnt.

Das bedeutet: 

Je weniger ich Lebendigkeit und Wertschätzung aus meinem autonomen Selbst heraus realisieren kann, desto abhängiger bin ich von meiner Umwelt, desto mehr bin ich gezwungen, meine Umwelt entsprechend zu manipulieren oder unter Druck zu setzten, damit sie mir das, was ich mir selbst nicht geben kann, gibt.

Wir Menschen reagieren immer aus zwei Motiven. Entweder reagieren wir aus Angst oder aus Liebe. Wo Angst ist kann niemals Liebe sein und wo Liebe ist kann niemals Angst sein. In den Lebensbereichen, wo ich mehr Liebe gegenüber meinem Selbst entwickle, muss ich zwangsläufig weniger Angst vor meiner Umwelt haben. Deswegen kann wahre Veränderung nur bedeuten:

Im Laufe seines Lebens, sich Selbst mehr und mehr zu erkennen und sich so wie man ist in Liebe anzunehmen.

Alle anderen Veränderungen kann man zwar so nennen, sie führen uns nur nicht zu einem selbsterfüllten Leben. Deswegen gibt es seit jeher eben nur eine wirklich Aufgabe in unserem Leben, wie sie auch am Tempel von Delphi steht:



Erkenne dich Selbst!




Unser Ego ist das einzige, was wir überwinden müssen, um unser "Selbst" zu erkennen!

Das Ego, um mal bildlich zu sprechen, hat sich über viele Jahre um unsere wahre Persönlichkeit, unser Selbst gewickelt. Nun denken wir, wir sind unsere Umwicklung mit allen ihren Identifikationsmuster von Nationalitäten über Berufe, Titeln, Sorgen, Ängste bis hin zur unseren Glaubensrichtungen.

Deshalb bedeutet Persönlichkeitsentwicklung im eigentlichen auch nicht etwas neues aufzubauen oder zu stärken, sondern sich von der Umwicklung seines Egos zu (ent)wickeln, sich zu befreien und sein wahres "Selbst" wieder zu erkennen.

Der Prozess dauert in den meisten Fällen ein ganzes Leben und bleibt leider keinem von uns von vornherein erspart. Auch die Hoffnung auf eine finale Station der Entwicklung, ist leider eine Illusion.

Um euch das zu verdeutlichen möchte ich euch ein Modell vorstellen, welches ich zum erstmal in einem Vortrag von Dieter Lange gesehen habe:



Die Grafik veranschaulicht in der oberen Ebene unseren Ego -Trip, der ausschließlich aus Angst motiviert ist.

Das Ego ist der Verstand, der um sein eigenes überleben kämpft. Es kämpft deshalb, weil es durch die Augen des Vergleiches schaut und sich ständig in Konkurrenz setzt.

Das Ego braucht diese Funktion, um sich aufzuwerten oder abzuwerten. Genau dieses Spiel unseres Egos brauchen wir, um im Laufe unseres Lebens die Chance zu haben es zu erkennen, dass wir uns auf diese Weise langfristig nicht erfüllt fühlen. Dabei ist es auch nicht relevant, in wie weit wir oben oder unten stehen. In beiden fällen sehnen wir uns nach etwas Höherem, nach etwas qualitativen völlig anderem.


Die drei Stufen des Egos

Unser Ego kann man grob in drei Stufen unterteilen. In der ersten Stufe geht es um das Streben nach Sicherheit und die Angst davor diese wieder zu verlieren. Natürlich geht es dabei in der zweiten Stufe auch um Unsicherheit, denn nichts ist gemäß dem Polaritätsgesetz ohne sein Gegenteil wahr. 

Wir streben alle nach Sicherheit und versuchen Unsicherheit in unserem Leben so gut wie es geht zu vermeiden. Unser Ego sitzt dabei am Steuer und hält uns fest in seinen Zügeln der Angst.

Es hält uns einerseits aus Angst vor der Unsicherheit fern Risiken einzugehen und andererseits durch Angst am Laufen die Sicherheit nicht mehr aufzugeben. 

Das Paradoxe dabei ist, dass wir durch dieses Verhalten langfristig immer unsicherer werden, obwohl wir ja gerade die Unsicherheit in unserem Leben vermeiden wollen. Dies ist nur ein Beispiel, wie geschickt das Ego zu Werke geht.

Denn die Hirnforschung weiß heute, dass wir nur über die Unsicherheit, also in Situationen, wo alles neu und unbekannt für uns ist, wo wir auf keine Erfahrung zurückgreifen können, Sicherheit erlernen können. 

Das Gehirn kann nur über unsichere Situationen, sich Sicherheit erarbeiten. Wie sollen wir Sicherheit erlernen, wenn wir uns ständig in unserer sicheren vertrauten Komfortzone aufhalten? Wir können doch auch nur schwimmen lernen, wenn wir ins Wasser gehen. Denn an Land hat noch keiner Schwimmen gelernt.

Nur leider verschleiert uns unser Ego, die Angst als ein Tor für Entwicklungen zu begreifen und darüber hinaus lehrt es uns auch nicht die Angst auszuhalten, um das Tor zu durchschreiten. 

Denn es ist nicht in der Lage Ängste auszuhalten, es erzeugt sie ja schließlich. Nur unser „Selbst“ ist in der Lage sie auszuhalten. Denn nur aus dem „Selbst „ können wir das Ego beherrschen. Deswegen heißt es auch „Selbstbeherrschung“!

Haben wir irgendwann das Spiel unseres Egos durchschaut und erlangen immer mehr (Selbst)sicherheit in dem wir häufiger durch unsere Ängste gehen, werden wir mehr und mehr nach Signifikanz streben.

Jetzt wollen wir uns bedeutungsvoll fühlen, wir wollen beruflich ganz weit vorne sein, uns von anderen abheben. Das ist das Streben nach Titeln oder der Kauf eines vorzeige Autos oder Hauses usw.. Auch hier hat das Ego uns im Griff. Jetzt hat es Angst davor, in den Augen anderer, nicht zu zählen.

In Dieter Langes Worten:

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Wir wollen Menschen imponieren, die wir im Grunde nicht mögen. Darum kaufen Leute vom Geld was sie nicht haben, Dinge die sie nicht brauchen, um Leute zu imponieren, die sie nicht mögen.


Zwar müssen wir alle die drei Ebenen des Egos durchlaufen, doch bleiben wir meistens mit der Letzten verhaftet. Wir gehen nicht weiter und machen im eigentlichen Sinne kein qualitativen Fortschritt nach etwas Höherem mehr, sondern stecken leider in einer endlosen (alternativlosen) Verbesserung des Bestehenden fest. Wie eine Raupe, die immer dicker, schöner, glitzernder werden will, aber ohnmächtig ist ein Schmetterling zu werden.

In W.H. Auden´s Worten:

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Wir ziehen den Ruin der Verwandlung vor, wir sterben lieber in Furcht, anstatt das Kreuz des Jetzt zu erklimmen und unsere Illusionen aufzugeben.



Suchen führt nicht zu Veränderung. Es geht ums Finden!

Das Potenzial ein Schmetterling zu werden steckt in jedem von uns, nur brauchen wir leider dafür Situationen, Menschen in unserem Leben, die uns an unsere Grenzen bringen, wo wir mit dem was wir wissen und unserem Willen nicht mehr weiterkommen. Weil wir nur dann etwas finden können, wo wir vorher nicht nach gesucht hätten. Auch Richard Rohr beschrieb es in seinem Buch „Reifes Leben“ :


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Wir müssen an den Rand der eigenen Kräfte gebracht werden. An diesen Punkt werden wir über einen notwendigen Stein des Anstoßes stolpern. Wir werden und müssen irgendetwas einbüßen. Es ist der einzige Weg wie das Leben, das Schicksals, Gott, die Gnade, das Geheimnis uns dazu bringen kann uns zu ändern, unsere egozentrischen Sorgen loszulassen und uns auf eine weitere und größere Reise zu begeben. Ich wünsche ich könnte sagen, es ist nicht so!


Wir können den Schmetterling, um das Bild nochmal zu nutzen, nicht suchen. Wir werden ihn mit der Brille des Egos nicht finden können. Wir können ihn nur finden in Situationen auf die wir nicht vorbereitet waren und die uns an unsere Grenzen bringen.

Denn so lange wir suchen sind wir mit dem Ego verhaftet. Denn wir haben ja wieder eine Vorstellung von dem was wir finden wollen. Doch vielleicht ist das was wir finden sollen, nicht immer das was wir uns vorgestellt haben und so können wir es nicht erkennen und werden es nicht einmal sehen.

Somit ist jede Suche leider zum scheitern verurteilt. Deswegen wird jeder, der nach Erleuchtung sucht, sie nicht finden können.

Ein Zen Sprichwort dazu:

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Wenn du es erreichen willst, hast du es schon verfehlt.


Man findet dafür unzählige Beispiele in der Literatur, die auf das selbe Phänomen hindeuten: Rilke, über die Geduld, aber auch Fritz Perls, der Begründer der Gestalttherapie schrieb:

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Wir beschäftigen uns alle mit der Idee der Veränderung, und die meisten Menschen gehen daran, indem sie Programme machen. Sie möchten sich verändern. Ich möchte dies oder jenes sein usw. usw. Was tatsächlich geschieht, ist, dass die Vorstellung von absichtsvoller Veränderung nie, nie funktioniert. Sobald du sagst: Ich will mich verändern - also ein Programm machst - wird eine Gegenkraft hervorgerufen, die dich daran hindert, dich zu verändern. Veränderungen finden von allein statt. Wenn du tiefer gehst in das, was du bist, wenn du das, was da ist akzeptierst, dann geschieht eine Veränderung automatisch, per se. Das ist das Paradoxon der Veränderung.


Es dauert eben sehr lange, bis wir feststellen das Start und Ziel gleich sind, dass wir nach allem suchen nichts finden werden, als das, was wir schon immer waren.

Das ist auch kein intellektueller Prozess, es hilft uns überhaupt nicht, wenn wir alle Bücher zu diesem Thema verschlingen. Ganz im Gegenteil: Je mehr wir meinen zu wissen desto schwieriger ist es die Ego - Strukturen zu durchbrechen. Es fällt uns dann schwer offen und unvoreingenommen neue Erfahrungen aufzunehmen. Viele der alten Meister, die die Entwicklung des Buddhismus nachhaltig geprägt haben, waren Analphabeten.


Selbstverwirklichung: Das Ego hinter sich lassen

Auf der Ebene des Egos können wir natürlich Effizienter oder Effektiver werden, doch es wird uns nicht über kurz oder lang zufrieden stellen.

So lange wir nach außen hin alles aufblähen und uns über den Konsum oder irgendwelche Titel Selbstwertprothesen verpassen, dabei aber nicht nach innen schauen, welche Motive dahinter stehen, werden wir uns weiterhin nach Veränderung sehnen.

In Goethe´s Worten:

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So lange eine Reise nach außen, nicht auch eine nach innen ist, ist der Durst nie gestillt.


Deswegen müssen diejenigen, die sich wahrhaftig verändern einen qualitativen Schritt vollziehen. Ein Formwechsel muss stattfinden von Außen nach Innen. Wo vorher das Wachstum nach außen gerichtet war, kehrt es jetzt nach innen. Wachstum nach innen bedeutet aber nicht irgendetwas aufzubauen oder zu stärken. Nein, es bedeutet sich wieder zu entdecken, sich von den jahrelangen Schädigungen des Egos zu sanieren und sich schließlich zu akzeptieren. 

In Eckhart Tolle´s Worten:

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Wenn das Bewusstsein nach außen gerichtet ist, entstehen das Denken und die Welt. Wenn es nach innen gerichtet ist, erkennt es seinen Ursprung und kehrt heim ins Unmanifestierte



Denn wir kamen alle komplett zu Welt, und viele haben unter guten Bedingungen den paradiesischen Zustand des Kindes erleben dürfen. Der Buddhismus spricht in diesem Kontext von der Buddhanatur, die in jedem von uns existiert. Die Gestalttherapie nennt es die geschlossene Gestalt, die wieder entdeckt werden will.

Auch Galileo Galilei deutet darauf hin:


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Man kann einem Menschen nichts lehren, man kann ihm nur helfen, es in sich selbst zu entdecken.


Oder Thich Nhat Hanh:

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Ein Meister oder eine Meisterin gibt nicht einfach das eigene Erwachen an die Schülerin weiter: Er oder sie hilft der Schülerin lediglich, das bereits in ihr vorhandene Erwachen wahrzunehmen.


Wir kommen eben als eine komplette Gestalt auf die Welt. Es ist daher eine Illusion, das Therapeuten, Coaches, spirituelle Lehrer dich befreien, dir helfen können. Aber genauso ist es eine Illusion, die DU über Dich gelernt hast, dass du selbstunsicher, ängstlich etc. bist, denn so ist keiner von uns geboren worden. Es gilt also herauszufinden, wer der selbstunsichere, ängstliche (oder was auch immer) ist.

In Erich Fromm´s Worten :

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Wir müssen wieder zu Kinder werden, um die Welt unentfremdet und schöpferisch zu erfassen; aber während wir zu Kindern werden, sind wir gleichzeitig keine Kinder, sondern vollentwickelte Erwachsene mit der Handlungskompetenz Erwachsener und - im positiven Fall - ohne das Abhängig -und Ausgeliefertsein der früheren Kindheit.

Wer Kleinkinder hat sollte sie beobachten und von ihnen lernen. Sie sind die wahren Meister, wenn es darum geht sich wieder zu erkennen. Denn was Kinder von sich aus tun, tun sie immer aus vollem Herzen. Sie sind am Erschaffungsprozess interessiert und nicht am Ergebnis. 

Deswegen ist auch die intelligenteste Antwort auf Warum?: 

Darum!

Darum, weil es mir gerade Freude macht.

Was spielt es für eine Rolle, wozu ich etwas mache, wenn ich mich gerade daran erfreue?

Auf der Ebene des Egos ist jedoch das „Wozu“ elementar wichtig. Denn unser Ego braucht leider ein Motiv, um sich am Leben zu halten. Nur wir zahlen dafür einen hohen Preis, wir verlieren dabei den Blick für das, was wir gerade tun aus den Augen. Und das ist nichts weniger als das Leben an sich.

Wenn wir unser Ego im Laufe unseres Lebens Schritt für Schritt überwinden, tritt der Drang Ziele zu erreichen mehr in den Hintergrund und der Weg an sich bekommt dadurch mehr an Bedeutung. Das bedeutet nicht, dass wir uns keine Ziele mehr setzen, denn sie sind nach wie vor wichtig und geben uns die Fahrtrichtung vor. Nur das "Erreichen-wollen" tritt lediglich in den Hintergrund.

Die Selbstverwirklichung wird dann zu unserem Leitbild. Auf dieser Ebene werden wir aus Liebe motiviert.

Wir wollen dann einen Beitrag leisten und etwas geben. Dabei erfreuen wir uns am Geben an sich, es erfüllt uns auf dieser Ebene zu tiefst. Es ist ein Geben, was nichts zurück erwartet. Es hat eben kein Motiv, es kommt aus einer selbsterfüllenden Liebe. Auf dieser Ebene verstehen wir das Leben, Geben ist.

Doch nicht jedes Geben gleicht dem Anderen!

Wir müssen schon sehr, sehr ehrlich zu uns sein, um ein Geben, welches aus dem Ego geboren ist, zu entlarven. Ein Geben aus dem Ego koppelt daran eine Erwartung. Die muss uns nicht immer bewusst sein. Erfüllt sich die Erwartung nicht und du merkst Enttäuschung in dir entstehen, kannst du sicher sein, dass dein Ego am Steuer saß und dein Geben nicht zu 100 % aus deinem liebenden Selbst kam.

Doch jede Enttäuschung in unserem Leben gibt uns die Chance, uns ein Stück besser kennen zu lernen und uns der Realität zu nähern. Wir können uns dann Fragen:


Wie es unser Ego wieder geschafft hat uns zu täuschen?

Welches Motiv hatten wir?

Wieso können wir unser Motiv nicht direkt kommunizieren?

Wovor haben wir Angst, wenn wir es direkt kommunizieren?

oder

Welche Befürchtungen haben wir ?


Stelle dir diese Fragen regelmäßig und du wirst Stück für Stück deinem Ego auf die Schliche kommen und dich gleichzeitig deinem Selbst nähern.



Fazit

Verändern tun wir uns ein Leben lang. Wir können uns nicht, nicht verändern. Deswegen können wir auch nicht in den selben Fluss zweimal springen. Der Fluss ist anders und wir natürlich inzwischen auch.

Eine tiefe wahrhaftige Veränderung kann leider nur durch ein Situation entstehen, die uns an unsere Grenzen bringt. An solche Grenzen, wo wir mit unseren bisherigen Erfahrungen und Wissen keine Möglichkeit mehr sehen, jedoch eine Möglichkeit für uns finden, wo wir vorher nie nach gesucht hätten.

Würdest du beispielsweise, wenn du dich einsam fühlst, die Möglichkeit, um dem Gefühl entgegenzuwirken, im Allein-sein suchen?

Wahrscheinlich würden es die meisten nicht tun.

Doch Allein-sein ist das beste Mittel gegen Einsamkeit. Denn Einsamkeit deutet daraufhin, dass ich mich von mir entfremdet habe. Was hilft da besser, als mit sich allein zu sein, um sich so wieder näher zu kommen? 

Das ist ein Paradoxon, und das ist nicht gerade das, was dem Ego besonders liegt.

Alle anderen Veränderung können uns vielleicht besser, effektiver, funktionaler machen, sie verbessern jedoch in erster Linie unsere Ego - Strukturen.

Veränderungen die aus unserem Selbst passieren, können auch nicht erzwungen werden. Wir können sie nicht durch unseren Willen erzwingen, wir können sie nur Erfahren, wenn sie plötzlich in unserem Leben auftreten.

Deswegen können Therapien, Coachings, Selbsterfahrungs Workshops allerhöchsten ein bisschen nachhelfen, in dem sie den Prozess unterstützen. Wir können uns erst verändern, wenn wir dazu bereit sind, vorher ist es nicht möglich. 

Immer stärker werdende Widerstände gegen irgendetwas oder irgendjemand sind meistens ein Zeichen dafür, dass wir für eine Veränderung bereit sind.

​Denn wo Widerstände größer werden, muss ja von einer Gegenseite enorm etwas Drücken, etwas, was gefühlt werden möchte, aber nicht gefühlt werden darf. 

Es kann halt keine Stufe, kein Schritt den wir brauchen übersprungen werden. Wir müssen jeden gehen, auch wenn sich nicht jeder gut anfühlt, ist er wichtig, um daraus zu wachsen.

Deshalb sind die vielen Angebote im Internet mit ihren verlockenden Versprechung nicht unbedingt wertlos. Jeder Workshop kann was anstoßen und eine Veränderung in Gang setzten. Doch sind die verlockenden Überschriften natürlich eher Marketing - Strategien und können genau genommen nicht das halten, was sie versprechen. Sie können jedoch inspirieren und es kann vorkommen, dass sich der eine oder andere tatsächlich danach besser fühlt und gleichzeitig etwas über sich erfahren hat. Und wenn wir ehrlich sind, geht es doch auch genau darum:

Sich gut zu fühlen!

Sein anders!

Marcus

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2 Kommentare

  1. Felix sagt:

    huhu, danke für die schönen Worte 🙂
    Ich hatte eine Menge Spaß beim lesen und hoffe auch ein paar lehren daraus ziehen zu können. ich werde es mir definitv noch das ein oder andere mal anschauen. also danke für deine Mühen.

    Gruß
    Felix

    • Marcus sagt:

      Hallo Felix,
      danke für deine positiven Worte. Ich freue mich sehr darüber, wenn der eine oder anderen was aus den Artikel mitnimmt.
      viele Grüße
      Marcus

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