G20, eine Inszenierung, die ihres gleichen sucht!

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G20 Gipfel

Grundsätzlich schreibe ich in meinen Blog über Persönlichkeitsentwicklung und Spiritualität, doch was sich jüngst in Hamburg während des G20 Gipfels abgespielt hat, motivierte mich diesen Artikel zu schreiben. Dies scheint zwar ein politisches Thema zu sein, aber unsere Persönlichkeit entwickelt sich nun mal in einem politischen System an dem wir uns orientieren und welches uns schließlich auch prägt.

Unsere Politik verliert an Balance

Das unser System mehr und mehr seine Balance verliert, lässt sich nicht mehr leugnen. Laut Spiegel hat fast die Hälfte (44,1 Prozent) der Bevölkerung eine negative Einstellung zum G20 Gipfel. Das unsere Politik nicht mehr wirklich auf Kurs ist, lässt sich an diesen Zahlen deutlich ablesen. Eine Unzufriedenheit geht durch die Gesellschaften Europas und der westlichen Welt. Diese Unzufriedenheit zeigt sich durch die Orientierung vieler Staaten zur rechten Seite oder eben im Zuwachs der immer radikaleren links Extremen. Beide Seiten sind an ihren Enden radikal und bieten sicherlich keine Lösung für die momentane Situation. Psychologisch betrachtet kann keine der beiden Seiten ohne die andere existieren. Sie gehören zusammen und sprechen sogar die selbe Sprache der Gewalt. Beide Seiten sind entschiedene Gegner der momentanen Politik, nur argumentieren sie jeweils von vollkommen gegensätzlichen Enden des Spektrums aus.

Gewalt ist keine Lösung, sie ist jedoch ein Hilfeschrei

Der Versuch dieser Radikalen, die Politik mit brutaler Gewalt zu beeinflussen, widerspricht meinen Grundsätzen vollkommen, weswegen ich ihn entschieden ablehne. Doch ich erkenne auch einen Hilfeschrei, eines sich ohnmächtig fühlenden Teils der Bevölkerung, der seine Antworten in der „Rechten“ oder „Linken“ Szene suchen. Die Antworten waren dort noch nie zu finden und werden es wohl auch in Zukunft nicht sein. Doch die Orientierung zu einer diesen radikalen Seiten, verspricht scheinbar vielen Menschen ein Sprachrohr, um ihrer Unzufriedenheit Ausdruck zu verleihen und die Hoffnung auf eine simple Lösung komplexer Probleme.

Wir leben in einer transparenten Welt, die sich nicht mehr verstecken will

Die Welt wächst immer mehr zusammen, schon allein durch die Digitalisierung verbreiten sich Informationen in Sekunden schnelle. Dadurch stehen wir Menschen vor der großen Herausforderung, die wahren von unwahren Informationen zu unterscheiden und Fakten von Meinungen zu trennen. Objektive Berichterstattung wird bedauerlicherweise in Zukunft wohl immer mehr in den Hintergrund gedrängt (wenn sie denn jemals Objektiv war?).

Der G20 Gipfel in Hamburg gilt bereits jetzt als der am besten dokumentierte Gipfel der Geschichte. Dies verdanken wir Twitter, Facebook und anderen sozialen Medien und ihrer Möglichkeiten Informationen, Eindrücke, Meinungen und Berichte, rasend schnell zu verbreiten.

Selbst Staaten fällt es immer schwerer ihre Geheimnisse zu bewahren, dafür sorgten in den vergangenen Jahren die „Enthüllungsplattform“ WikiLeaks und diverse Whistleblower wie Edward Snowden. Die Welt wird dadurch transparenter und angreifbarer, ob wir das gut finden oder nicht.

Wir werden in den heutigen Zeit förmlich aufgefordert aus unseren Verstecken herauszukommen und uns zu öffnen oder zu zeigen.

Wer sich weiter verstecken will kann das natürlich tun, diejenigen brauchen sich nur von der digitalen Welt abzukapseln. Doch die Welt um uns herum wird transparenter und fordert uns dazu auf sich den neuen Verhältnissen anzupassen. In den sozialen Medien zeichnet sich schon seit längerer Zeit der Trend ab, um so offener und authentischer sich jemand zeigt, um so mehr Likes oder Abonnenten bekommt der-oder diejenige.

Die Politik verschließt die Augen vor ihrer Verantwortung

Die Politik zeigt sich hingegen da noch nicht so offen, sie gleicht eher einem Theaterstück anstelle einer authentischen Führung. Eifrig bekämpft sie die radikalen Extreme, die sie durch ihre Politik erzeugt, ohne sich jedoch wirklich die Frage zu stellen:

Wieso es in letzten Jahren einen solchen Anstieg beider extremen Seiten gab und ob das vielleicht auch mit ihrer momentanen Politik zusammenhängen könnte?

Doch der Kampf hat noch nie zu einer Lösung geführt, sondern die Situation meist nur noch verschlimmert. Denn wo der Kampf anfängt hört die Macht auf und wo soviel Kampf und Gewaltbereitschaft wie es in den letzen Tagen in Hamburg zu sehen war, kann man nur noch auf beiden Seiten von einer riesengroßen Ohnmacht sprechen. Die Philosophin Hannah Arendt, die sich einst mit Macht- und Herrschaftstheorien auseinandersetzte sagte schon damals:

Wo die Kugel den Gewehrlauf verlässt,

hört die Macht auf.

Hannah Arendt 
Philosophin

Heute müsste wir eher sagen, wo Pfefferspray die Dose, Wasser den Wasserwerfer oder ein Stein die Hand verlässt, hört die Macht auf.

Unsere Politik ist Ohnmächtig gegenüber den momentanen Zeiten, sie hält an nicht mehr zeitgemäßen Strukturen fest und verschließt ihre Augen gegenüber dritter Alternativen. Sie kämpft lieber, als kreativ zu werden. Die radikalen Extreme spiegeln der Politik in der heutigen Zeit ihre eigene Ohnmacht wieder, wie es seit langem nicht mehr der Fall war. Sie ist jedoch blind ihr eigenes Spiegelbild zu erkennen und schlägt es stattdessen kaputt. Hier haben wir es mit einer klaren Projektion zu tun. Es ist immer leichter seine eigene Ohnmacht in seinem Gegenüber zu sehen und dort zu vernichten. Es hilft einem dabei, sich nicht selbst zu hinterfragen.

Dabei gibt es nur wenige Menschen, die ihr Spiegelbild kaputtschlagen oder sogar verbieten wollen, nur weil sie mit dem was sie sehen nicht zufrieden sind.

Es ist nicht schön, was wir in den letzten Tagen sehen mussten, doch es ist ein Symptom unserer Politik.

Der Fisch fängt bekanntlich am Kopf an zu stinken.

Das traurige daran ist nicht nur, dass die Politik ihre eigene Ohnmacht nicht erkennt, sondern bei vollem Bewusstsein über das Wissen der radikalen Linken Szene, das Risiko eingeht, eine von der Mehrheit durchaus kritisch betrachtete Veranstaltung in einer Großstadt auszutragen und somit einen weitaus größeren Teil der Bevölkerung und Staatsbediensteten bewusst in Gefahr zu bringen. Sie bringt ihrer eigene Bevölkerung in eine Situation, die sie in Angst und Schrecken versetzt, obwohl sie den Gipfel an Orten hätte stattfinden lassen, die sie besser und mit weniger Risiko kontrollieren hätte können. Um dann anschließend die Gunst der Stunde zu nutzen, die Bevölkerung, die jetzt verständlicherweise ängstlich und erschrocken vor den Ausschreitungen ist, voll hinter sich zu haben, um ihren Kampf gegen die Linksradikalen weiter fortzuführen, um noch strengere Gesetze zu verfassen, die uns dann alle wieder treffen. Der nächste Schritt zu mehr Überwachung und übertriebener Verdächtigung mit der Überschrift:

Ihr sollt euch sicher fühlen!

Eine Volk in Angst hat sich von jeher besser regieren lassen. Warum sollte das nicht heute auch noch funktionieren?

Fazit: Mehr Augenhöhe und zuhören, statt ignorieren

Die radikalen Extreme, die „Rechte“ sowie die „Linke“ wird es wohl immer geben, doch ihre steigende Anhängerschaft und die damit einhergehenden Unruhen, sind als Seismograf für eine ungünstige und überholte Politik zu sehen. Die Gewalt der Radikalen ist stark abzulehnen und nicht zu tolerieren. Zugleich ist sie als deutlicher Hilfeschrei einer sich im Wandel befindenden Gesellschaft zu betrachten, die man mit Gegengewalt und Verboten nicht stoppen kann, sondern im Gegenteil nur noch weiter radikalisiert. Hier ist die Politik an der Reihe sich selbst zu hinterfragen, welche ihrer politischen Maßnahmen es sind, die immer mehr Menschen in die Extreme flüchten lässt, so dass es zu solchen Ausschreitungen kommen musste.

Ich würde mir wünschen, dass sich unsere Politiker über das kritisieren der Gewalt und dessen juristischer Verfolgung hinaus, sich selbst mal hart in die Kritik nehmen.

Jedoch bin ich mir fast sicher, dass ich in den nächsten Tagen und Wochen kein Wort darüber in den Medien hören werde.

Lasst uns über unseren Tellerrand schauen und uns nicht von solch intelligenten Inszenierungsversuchen unserer Politiker hinters Licht führen. Wir sind bessere Menschen und sollten uns nicht an den Politkern orientieren, die uns durch Täuschungsmanöver ihre Sicht der Wahrheit aufdrücken wollen.

Wir sollten in einer Welt leben, in der wir uns zeigen und unsere Meinung äußern dürfen, die auch in einer friedlichen Protestform erhört und ernst genommen wird, so dass die Ereignisse wie zuletzt in Hamburg sich nicht wiederholen.

Denn dieses fortlaufende ignorieren unserer Meinungen und Einwände führt zu Ohnmacht und schließlich an dem einen oder anderen Ende zu Gewalt. Das kann durch eine Politik auf Augenhöhe und des Zuhörens vermieden werden. Doch dieser erste Schritt des Verstehens muss von der Regierung kommen und nicht in Form von noch mehr Überwachung, denn Überwachung signalisiert Mißtrauen und in keinster Weise eine Begegnung auf Augenhöhe. Wir sollen alle die Verantwortung für unser Leben übernehmen, dann sollte die Politik am besten damit anfangen.

​Sei anders!

Marcus

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