Lebst du schon oder leistest du nur? Warum es uns so schwer fältt „nutzlos“ zu sein und sich dabei wertvoll zu fühlen!

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nutzlos sein und sich Wertvoll

Wir leben in einer Gesellschaft, wo wir seit frühster Kindheit an unseren Leistungen gemessen werden. Seither haben wir verinnerlicht, dass wir Anerkennung erst dann verdient haben, wenn wir auch Leistung erbracht haben. So bekommen wir positive Anerkennung, wenn wir "gute" Leistungen erbracht haben und negative bei "schlechten" Leistungen. Das prägt uns natürlich enorm und viele Menschen können schon positive Anerkennung nicht mehr ernst nehmen, wenn sie zuvor keine Leistung erbracht haben.

Doch sollte der Mensch nicht auch etwas Wert sein, wenn er keine Leistung erbringt, sondern einfach nur Mensch ist?

Das muss wohl jeder für sich selbst beantworten.

Wir brauchen Anerkennung, doch nicht nur für Leistung!​

Wir sind soziale Wesen und wir brauchen eine Form der Anerkennung oder Bestätigung. Doch unser System bezweckt es, uns in einen Kampf um Anerkennung hinein zu drängen.

So arbeiten viele Menschen hart und verlieren den Blick für sich selbst. Doch die Anerkennung in Form eines Lobes bleibt auch dann oftmals aus. Aussagen wie: “Ich habe mich fast zu Tode geschuftet und habe nicht einmal ein "Danke" bekommen,“ sind nicht unüblich in unserer Gesellschaft. Wir arbeiten, tun und schuften, wollen noch effizienter werden, alles nur um ein Stück vom großen Kuchen der Liebe und Anerkennung abzubekommen.

Weniger ist oft mehr​!

Dieser ewige, jahrelange Kampf um ein bisschen Anerkennung führt letztendlich zu Erschöpfung oder Krankheiten. Sind wir erstmal dort angelangt und am Ende unserer Kräfte (physisch und/oder psychisch) sind wir gezwungen nutzlos zu sein.

Doch was passiert dann mit uns, wenn unsere Strategie nicht mehr aufgeht? Wir werden wohl zwangsläufig in eine Krise stürzen, weil wir Jahrzehnte lang nicht gelernt haben mit der Nutzlosigkeit umzugehen. Viele Menschen lernen den Umgang mit Nutzlosigkeit im Rentenalter kennen, dann halt  sehr intensiv.

Ich möchte damit nicht sagen, dass ihr nichts mehr tun sollt, doch tut es für euch, weil ihr Spaß daran habt und nicht weil ihr dafür Anerkennung bekommen wollt. Denn Anerkennung kommt von Innen, die ihr euch selbst in Form von Freude an der jeweiligen Tätigkeit gebt. Erst im weiteren Verlauf wird sie im außen sichtbar. Mehr zu den Prinzipien unseres Lebens findest du hier.

Es ist wichtig sich mit Nutzlosigkeit wohl zu fühlen, dass unser Körper und die Psyche sich wieder regenerieren können. Nur das scheinen sich viele Menschen heutzutage erst wieder erarbeiten zu müssen. Viele können sich nicht einmal mehr vorstellen, dass sie ohne eine Leistung zu erbringen, noch etwas Wert sind.

Andere wurden jahrelang auf ihre Leistung reduziert, dass sie heute bei jeder Art von Erwartungsdruck rebellieren, um sich ihr letztes bisschen Identität zu bewahren. Dabei stellen sie sich natürlich selbst ein Bein, weil sie eben  auch nur auf den Druck von außen reagieren und sich selbst nicht mehr betrachten, ob das Eine oder Andere, was von ihnen erwartet wird, vielleicht auch für sie selbst ein Nutzen hätte. Es werden viele menschliche Problemlagen entstehen, wenn wir weiterhin Leistung an Anerkennung oder Liebe koppeln. 

Um euch Nutzlosigkeit auch mal aus einem anderen Blickwinkel betrachten zu lassen, möchte ich euch ein Gleichnis über Lao Tse vorstellen.

Von der Tugend der Nutzlosigkeit

Lao Tse war mit seinen Schülern auf Wanderschaft als sie durch einen Wald kamen, wo Hunderte von Zimmerleuten Bäume fällten, weil ein großer Palast gebaut werden sollte. Deshalb war fast der ganze Wald gerodet worden, aber ein Baum stand noch da, ein großer Baum mit riesigen Ästen - so groß, dass Tausende in seinem Schatten sitzen konnten. Lao Tse bat seine Schüler hinzugehen und zu fragen, warum dieser Baum nicht gefällt worden war, wo doch der ganze Wald abgeholzt und öde war.

Die Schüler gingen hin und fragten die Zimmerleute: „Warum habt ihr diesen Baum nicht gefällt?“

Die Zimmerleute sagten: „Diese Baum ist völlig nutzlos. Man kann nichts daraus machen, weil jeder Ast viele Knoten hat. Nichts daran ist gerade. Man kann keine Balken daraus machen. Man kann keine Möble daraus machen. Man kann ihn nicht einmal als Feuerholz verwenden, denn das Holz raucht so stark, dass man fast blind davon wird. Dieser Baum ist absolut nutzlos. Das ist der Grund.“

Sie kamen zurück. Lao Tse lachte und sagte: „ Seid wie dieser Baum. Wenn ihr auf dieser Welt überleben wollt, dann seid wie dieser Baum -absolut nutzlos. Dann wird euch niemand etwas zu Leide tun. Wenn ihr gerade seid, werdet ihr gefällt; jemand wird euch als Möbel in seinem Haus benutzen. Wenn ihr gut ausseht, werdet ihr auf dem Markt verkauft; ihr werdet als Ware gehandelt. Seid wie dieser Baum - völlig nutzlos. Dann kann euch keiner etwas antun. Und ihr werdet wachsen, riesengroß werden, so dass ihr Tausenden Schatten spenden könnt.“

Lao Tse hat eine vollkommende andere Logik als unser rationales Denken. Er sagt:

„Seid die Letzten. Bewegt euch in der Welt so, als gäbe es euch nicht. Bleibt unbekannt. Versucht nicht, die Ersten zu sein; dann werdet ihr bekannt. Begebt euch nicht in den Konkurrenzkampf; versucht nicht, euer Wert, zu beweisen. Es ist nicht nötig. Bleibt unnütz und genießt es!“

Lao Tse

Natürlich mag diese Geschichte den einen oder anderen vollkommen sinnlos erscheinen, doch wenn ihr Lao Tse verstehen wollt, werdet ihr merken wie sinnvoll es auf einer tieferen Ebene ist.

Denn es geht im Leben nicht darum nützlich zu sein oder sich für andere aufzuopfern. Es geht darum, sich am Leben zu erfreuen und zwar jeden Tag und eben nicht nur am Wochenende.

Osho sagte dazu:

Leben ist eher wie Poesie als wie eine Ware auf dem Markt. Es sollte wie ein Gedicht sein, wie ein Lied, ein Tanz, eine Blume am Wegesrand, die für niemanden im Besonderen blüht.

OSHO

Nutzlos für uns Menschen

oder Lao Tse sagte dazu:

„Wenn du versuchst besonders schlau zu sein, wenn du versuchst, nützlich zu sein, dann wirst du auch benutzt. Wenn du versuchst, sehr praktisch zu sein, wirst du irgendwo eingespannt, denn die Welt kann einen praktischen Menschen nicht in Frieden lassen.“ Weiterhin sagt er: „Lass all diese Vorstellungen los. Willst du wie ein Gedicht sein, in Ekstase sein, dann vergiss die Nützlichkeit. Bleibe einfach nur dir selbst treu.“

Lao Tse

Achtet auf eure Bedürfnisse und versucht so gut es geht ihnen gerecht zu werden. Dann werdet ihr von innen heraus mehr Zufriedenheit ausstrahlen und das wird man im Außen erkennen. Denn im Außen werdet ihr vergeblich das Glück finden, was ihr sucht. Es beginnt in eurem Inneren und wird dann im Außen für euch sichtbar werden.

Sein anders!

Marcus

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4 Kommentare

  1. Thomas sagt:

    Ein inspirierender Denkanstoß.

  2. Erna sagt:

    Danke für die Unterstützung heute Abend diese wundervolle Wetter zu genießen und mit dem Nichtstun doppelt zufrieden sein zu können! Richtige Botschaft zum richtigen Zeitpunkt! Dein BLOG ist übrigens Klasse! Freue mich schon immer auf Samstag Abend deinen neuen Artikel zu bekommen.

    • Marcus sagt:

      Vielen Dank für deine positive Rückmeldung. Ich freue mich, dass ich Dir zum richtigen Zeitpunkt eine richtige Botschaft zukommen lassen habe.

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