Nicht unsere Kinder sind das Problem, sondern das Bildungssystem

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Kinder, Bildung

Einleitung

Meiner Meinung und der modernen Hirnforschung nach sind alle Menschen von Natur aus motiviert und sehr lernbegeistert. Kinder wollen Wissen aufsaugen, solang es Sinn für sie ergibt und nicht weil wir Erwachsenen meinen, dass es sinnvoll für sie wäre.

Doch die Motivation sich Wissen anzueignen, ohne es zu müssen ist vielen Menschen abtrainiert worden. Viele Menschen haben das Gefühl sie "müssen" dieses oder jenes noch lernen, um ihren Abschluss zu schaffen oder in ihrem Job weiterhin gut bestehen zu können. Doch die Motivation dafür ist meistens externer Natur.

Uns ist die Freiwilligkeit am Lernen abhandengekommen, die wir - wenn wir Glück haben - im Laufe unseres Lebens wieder für uns entdecken können. In den meisten Fällen finden wir sie jedoch im privaten Bereich wieder, denn beruflich ist dann alles schon in trockenen Tüchern. Denn mit einer beruflichen Neuorientierung tun sich viele Menschen aus existenziellen Gründen schwer.

Das gleicht einem gesellschaftlichen Dilemma. Unser nicht gelebtes Potenzial auf der einen Seite, was wir vielleicht jahrelang nicht erkennen konnten, und auf der anderen Seite das über Jahre abtrainierte vertrauen zu uns selbst, um unser vorhandenes Potenzial wieder entfalten zu können.


Meiner Wahrnehmung nach ist die Schule ein Demotivationssystem und nimmt unseren Kindern die Freude am Lernen!

Meiner Wahrnehmung nach ist die Schule

Mit dem Eintritt in das Schulleben beginnen wir langsam die Lust am lernen zu verlieren.

Wieviel Kinder würden ohne Druck der Eltern oder des Bildungssystems freiwillig sich den halben Tag in die Schule setzen, still und ruhig sein und einem Erwachsenen zuhören, obwohl es sie vielleicht garnicht interessiert?

In der ersten Klasse sicherlich noch einige.

In der dritten Klasse schon sehr viel weniger

und in der Oberstufe wohl kaum noch ein Kind.

Denn in den meisten Schulen werden unsere Kinder aufgefordert zu lernen ohne kindgerecht erklärt zu bekommen, warum es wichtig für das Leben eines Kindes sein könnte. Das „Warum“ ist jedoch entscheidend, weil es uns einen Sinn gibt und somit auch unsere Motivation zum Lernen liefert.

Denn unser Gehirn ist evolutionär darauf ausgerichtet, das zu lernen, was für unser Überleben notwendig ist. Das kann sich bei jedem Menschen natürlich bis auf einige grundlegende Merkmale unterscheiden.

So kann es beispielsweise für einen Menschen ohne Arme notwendig sein mit den Füßen schreiben zu lernen. 

Doch jeder von uns muss in die Schule und einem standardisierten Lehrplan folgen, der nicht die individuellen Interessen und Potenziale der Kinder einbezieht.


Unser Gehirn braucht einen Bezug zur Realität, um Höchstleistungen zu erbringen

Unser Gehirn ist ein evulutionäres Wunder und lernt ganz automatisch, es benötigt nur eine Sinnhaftigkeit oder ein Interesse. Ist beides nicht vorhanden, kann unser Gehirn natürlich auch lernen, nur lernt es erstens langsamer und verlernt dann auch wieder, wenn wir das Erlernte nicht regelmäßig nutzen. 

So ist die Motivation zum Lernen beispielsweise beim Lesen und Schreiben noch vorhanden, weil wir von klein auf mit unserer Muttersprache konfrontiert werden und wir schnell erkennen, dass dies ein wichtigen Bestandteil unseres Zusammenlebens darstellt.

Lesen und Schreiben sind daher einer der wenigen Inhalte der Schule, die wir bis auf einige Ausnahmen bis ins hohe Alter beibehalten. Das verhält sich jedoch nicht mit allen Inhalten der Schule so. 

Die Grundrechenarten der Mathematik sind sicherlich ein ähnliches Beispiel, sie geben vielleicht für ein Grundschulkind erstmal kein Sinn, doch Kinder merken recht schnell, dass es für ihr Leben nützlich sein kann, um in erster Linie besser mit Geld umgehen zu können, welches sie täglich umgibt. Wobei die höhere Mathematik sicherlich nicht zu dem Wissen gehört, welche sich die meisten Menschen ein Leben lang verinnerlichen.

Für viele ist es im Alltag eben nicht Notwendig die Flugbahn eines Balles zu berechnen.

Allerdings sinkt das Niveau bei den Fremdsprachen dann stark ab, bis auf einige wenige, die im Ausland waren und dort die jeweilige Sprache für ihr soziales Miteinander täglich nutzten, beherrschen nur einige eine Fremdsprache sicher.

Andere europäische Länder wie beispielsweise die Niederlande oder Schweden sprechen in der Regel ein sehr gutes Englisch. Das liegt aber nicht daran, dass sie dort vielleicht bessere Lehrer oder vielleicht sprachbegabtere Kinder haben.

Es liegt zu einem großen Teil daran, dass die amerikanischen Filme und Serien in diesen Ländern meist nicht synchronisiert werden. Die Kinder in diesen Länder, die interessiert an solchen Filmen sind, sind aufgefordert, sich mit der englischen Sprache auseinander zu setzten. Englisch wird in diesen Ländern zu einer Art kulturellen Zweitsprache und bekommt dadurch eine Notwendigkeit sie zu lernen.

Kinder sind demnach hochmotiviert die englische Sprache zu erlernen! Sie wollen sich schließlich über die neusten Filme unterhalten und mitreden können.

Sprachen lernen ist für unser Gehirn keine große Schwierigkeit, wenn sie eben für unser Leben eine Notwendigkeit darstellt. 

Wir müssen uns nur besinnen wie wir unsere Muttersprache erlernt haben, ohne jemals eine Vokabel auswendig gelernt zu haben.

Einfach nur durchs zuhören und mit der Motivation sich mit unseren Familienmitglieder verständigen zu wollen.

Wir lernen unsere Muttersprache so gut, dass wir sogar ein Gefühl für die Sprache entwickeln und in der Regel das Wissen über die Grammatik gar nicht benötigen, um sprechen zu können.


Lernen darf kein Zwang haben

Ich möchte hier nicht falsch verstanden werden und behaupten, dass jegliches Wissen, was wir in unserer Schulzeit „eingetrichtert“ bekommen haben, unnützes Wissen ist.

Es kann durchaus interessant sein, wenn ich mich als Individuum dafür interessiere oder der Lehrer im Stande ist mein Interesse dafür zu wecken! Wenn das jedoch nicht der Fall ist, fühlt es sich wie ein Zwang an, etwas lernen zu müssen. Worin unsere Kinder verständlicherweise überhaupt kein Sinn drin sehen und auch nicht können. 

Ersetzt wird dann das zurückgehende natürliche Interesse am Lernen durch ein standatisiertes Leistungsprinzip, welches die Kinder von "Sehr Gut" bis "Ungenügend" einstuft. ​

Kinder brauchen sicherlich ein Feedback, um für sich zu wissen, wo sie noch Verbesserungsbedarf haben. Doch was Noten tatsächlich in unserem momentanen Bildungssystem auslösen ist etwas ganz anderes.

Hier wird auf einer tieferen Ebene mit dem natürlichen Wunsch des Kindes nach Anerkennung gespielt.

Das Kind hat vielleicht kein Interesse an diesem oder jenem Thema, ihm ist aber wichtig gut zu sein und tolle Noten mit nach Hause zu bringen, um so vielleicht Lob und Anerkennung zu bekommen. 

Dem Kind geht es dann im eigentlichen Sinne nicht mehr um das Lernen an sich, sondern um eine Form der Anerkennung.

Das dieses Leistungsprinzip seit einigen Jahrzehnten natürlich auch Verlierer hervorbringt, die sie in Wirklichkeit nicht sind, scheint dem Kultusministerium wenig zu interessieren.

Denn Liebe und Anerkennung sind für jedes Kind wichtige Bausteine in seiner Entwicklung und so fängt es schließlich an Dinge zu lernen, die es vielleicht gar nicht interessiert.

Die Anerkennung, die jedes Kind eigentlich auch ohne Leistung bekommen sollte wird somit zweckendfremdet. Gleichzeitig wird das natürliche Interesse am Lernen oder die Eigenmotivation am Lernen langsam aber sicher abtrainiert. 


Kinder brauchen sicherlich ein Feedback, um fürsiech zu wissen, wo sie noch Verbesserungsbedarf haben. Doch was Noten tatsächlich in unserem momentanen Bildungssystem auslösen ist etwas ganz anderes

Schlechte Schüler sind nicht "Dümmer"

Was aus so einem leistungsorientierten Demotivationssystem herauskommt erleben wir jeden Tag. Einige Schüler lassen sich auf das System ein und verknüpfen Anerkennung mit Lernen und Leistung, andere wiederum rebellieren dagegen.

Die Kinder die dagegen rebellieren, sind nicht „dümmer“ oder weniger Intelligent. 

Sie sind vielleicht weniger Anpassungsfähig, aber nicht aus dem Grund, weil sie sich nicht integrieren wollen, denn das ist ein Grundbedürfnis jedes Menschen. Sie wollen einfach nur dann was lernen, wenn es für sie einen Sinn ergibt oder sie Interesse an dem jeweiligen Thema haben. 

Manchmal haben diese Kinder mehr verstanden als ihre angepassten Mitschüler. Sie bleiben sich selbst treu und haben im eigentlichen Sinne ein gesünderes Selbstbild, doch am Ende sind sie vielleicht die Leidtragenden des Systems, weil sie ihre gesunde Einstellung zum Lernen irgendwann aufgeben müssen, um weiterhin dabei sein zu können.

Denn viele dieser Kinder verlieren daran die natürliche Lust am Lernen, weil sie es mit Zwang in Verbindung bringen.​ Diese ​​destruktive psychische Verknüpfung kann dazu führen, dass sie nicht mal mehr dann Lust zum Lernen verspüren, obwohl sie Interesse an etwas haben.

Darüberhinaus bekommen sie noch Druck von außen, sich doch endlich dem System zu beugen und endlich sich mal ein wenig anzustrengen.

Hier fühlen sich die Kinder in ihrem eigentlichen Wert als Mensch nicht gesehen, sondern reduziert auf ein Mensch der sein Ergebnis nicht erzielt und daran gemessen wird. Das führt dann nicht selten zu einer übersteigerten Rebellion oder Resignation des Kindes. Doch es führt leider nicht dazu, was das Kind hätte sein können.


Familiäre Probleme spielen natürlich auch eine Rolle

Natürlich können auch Familiäre Probleme, wie Scheidung, ein verstorbener Elternteil oder andere diverse Notlagen in Familien, die Motivation am Lernen eines Kindes verringern. Hier verschieben sich dann die Prioritäten des Kindes, wobei hier die Motivation des Kindes in die Beilegung der Familiären Konflikte fließt.

Hier sind Kinder oftmals emotional überfordert, weil  sie nicht selten die Verantwortung für die Konflikte übernehmen und haben dann verständlicherweise nicht mehr viel für den Schulalltag übrig. Denn die Familie sichert in den Augen eines Kindes das Überleben und ist somit das Wichtigste. Auch hier ist unser Bildungssystem nur bedingt drauf vorbereitet und wird dem Ausmaß dieser Probleme nicht gerecht.


Schule sollte ein Ort der Potenzialentfaltung sein

Wir sollten das Schulsystem, was sich seit der Industrialisierung in seinen Grundzügen im Wesentlichen kaum verändert hat langsam überwinden und dem heutigem Leben anpassen.

Wir leben eben nicht mehr in Zeit der Industrialisierung, wo Menschen in Fabriken austauschbar waren und eben mal schnell ersetzt werden konnten, weil keine sonderlich große Qualifikation nötig war und eben nur die Arbeitskraft gezählt hat.

Wir leben in einer immer Komplexeren Welt, wo von unseren Kindern mehr abverlangt wird als theoretisches Wissen. Wir sind eben nicht nur rationale Wesen, denen man Wissen eintrichtern kann wie einem Computer.

Wir sind eben auch emotionale Wesen, dessen Emotionen mit einbezogen werden müssen, um besser und vor allem gesünder zu lernen

Schule sollte somit ein Ort der Kompetenzentfaltung sein und sollte die natürliche Motivation am Lernen fördern. 

Sie sollte weiterhin ein Ort der Potenzialerkennung und Entwicklung sein, wo Schüler es kaum erwarten können Montag in die Schule zu gehen.

Denn jedes Kind ist auf eine bestimmte Art und Weise hochbegabt und möchte lernen, um sein Potenzial zu entwickeln, wie schon der Hirnforscher Gerald Hüther in seinem Buch „ Jedes Kind ist hochbegabt“ tiefgehender verdeutlicht. 

Das mag vielleicht für den einen oder anderen von euch befremdlich klingen!?

Das liegt jedoch daran, weil wir seit jeher es nie anders kennengelernt haben und es uns somit nicht einmal vorstellen können, dass in jedem von uns ein „kleines Genie“ steckt. 

Schule sollte weiterhin die Persönlichkeiten ihrer Schüler entwickeln und stärken. Die Einzigartigkeit jedes Kindes als etwas Besonderes hervorheben, anstatt die Individualität jedes Kindes an das System anzupassen.

Hier kann Schule einen großen Beitrag an der Entwicklung des Potenzials jedes einzelnen Schülers leisten und somit zu mehr Zufriedenheit und psychischer Gesundheit in unserer Gesellschaft beitragen.

Auch die Wirtschaft wird daraus profitieren und mehr Potenzial von ihren Mitarbeitern haben. Weil sie eben Mitarbeiter haben, die ihr Potenzial kennen und ausleben wollen und vor allem das machen, was ihnen wirklich Spaß macht. Denn Arbeit sollte sich nicht wie Arbeit anfühlen, sondern eher wie Spaß und nach etwas,was mich erfüllt.

Denn fortschrittliche Konzerne wie beispielsweise Google, interessieren sich heute schon nicht mehr vordergründig für Zeugnisse und Noten. Google will Mitarbeiter, die ihre Arbeit lieben, motiviert sind sich weiterzubilden und Lust haben sich zu verbessern. Sie setzen eben nicht mehr auf elitäre Harvard Absolventen, die erwarten, dass man sie eben auch so behandelt.

Sie wollen also Menschen, die ihre Lust am lernen nicht verdrängt haben, sondern auf ihre natürliche Art und Weise ausleben. Um solche Arbeitgeber mit Nachwuchs zu bedienen, muss sich unser Bildungssystem stark verändern, denn an unseren Kindern liegt es ganz bestimmt nicht.



PS

Abschließend möchte ich noch sagen, dass dies alles keine Kritik gegen unsere Lehrer ist. Unsere Lehrer geben wirklich alles, um unsere Kinder so gut wie möglich durch das System zu bringen. Klar gibt es hier und dort talentiertere Lehrer, die es verstehen die Kinder mitzureißen und den Spagat zwischen dem Lehrplan und den persönlichen Interessen der Kinder besser auszugleichen. Doch allen Lehrer sind durch unser Bildungssystem stark die Hände gebunden und leiden nicht zuletzt auch darunter. Weiterhin müssen sie noch die persönlichen Konflikte der Kinder und Eltern ausgleichen und nicht selten für den Unmut der Gesellschaft geradestehen.

Weiter so!

Sein anders!

Marcus

2 Kommentare

  1. Jonas sagt:

    Wow!
    Weiß gar nicht was ich dazu sonst noch sagen soll…
    Du hast das Thema super erleutert und perfekt auf den Punkt gebracht. Davon sollten sich unsere Politiker mal eine ganz fette Scheibe abschneiden, und wenn sie grad dabei sind auch direkt was am Bildungssystem verändern.
    Der Beitrag ist wirklich super, und egal wieviele Leute ihn gelesen haben, es sind definitv zu wenige!

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