Willst du „MEHR“ oder darf es auch ein bisschen „WENIGER“ sein? Warum Achtsamkeit dein Leben bereichern kann!!!

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Bedeutungsvoll sein. Menschen wollen das. Es liegt in der Natur des Menschen und spielt eine große Rolle in unserem Leben.

Was andere über uns sagen und denken beschäftigt uns täglich. Doch warum ist das so? Ist uns das Bild, was anderer über uns haben wichtiger, als die Möglichkeit unseren eigenen Weg zu gehen?

Ja! So ist es wohl, zumindest geht es vielen von uns so!

Wir sind eben Herdentiere und unterscheiden uns vom Schimpansen genetisch nur geringfügig. Wir sehnen uns alle nach Zugehörigkeit. Dies Bedürfnis sitzt evolutionär so tief in uns, dass sich dem keiner entziehen kann. Alles was wir tun geschieht entweder aus Angst oder aus Liebe.

Denn wo Angst ist, kann keine Liebe sein und wo Liebe ist kann keine Angst sein.

Genau die beiden Motive sind der Grund dafür, warum Menschen sich in der westlichen Welt gerne mit Statussymbolen schmücken. Es scheint immer noch der leichtere Weg zu sein, sich nach außen hin aufzuwerten, als sich nach innen hin (selbst) bewusster zu werden.

So spielen wir fleißig Rollen um Rollen, sammeln Statussymbole, um noch mehr nach außen darzustellen. Viele Menschen werden gerade zu hervorragende Schauspieler, sie spielen um ihr Leben, um nicht ihren guten Ruf oder Ansehen zu verlieren. Doch wo bleibt unsere Leidenschaft in diesem Rollenzirkus?

Denn in der Leidenschaft „lebt“ der Mensch und in der Vernunft „existiert“ er nur.

Doch mal ehrlich liebe Leser: Lebst du wirklich, dass was du „Sein“ möchtest oder fühlt sich dein Leben eher wie ein angepasstes Überleben an?

Wenn ich meinen Alltag mir anschaue existiere ich mehr als das ich lebe. Ich versuche mein Lebensstil zu sichern, anstatt leidenschaftlich mein "Selbst" zum Ausdruck zu bringen.

Stattdessen lassen ich lieber zu, dass die Meinungen anderer zu meiner identitätsstiftenden Nahrung wird.

Doch was wäre, wenn die Bestätigung von "Außen" plötzlich wegfallen würde? Was würde dann noch übrig bleiben?

Nicht viel. Denn alles was wir bisher über uns selbst wissen, ist das, was andere über uns sagen. Wir stehen dann plötzlich wie nackt da, und wissen nicht mehr wer wir sind.

Wir wissen dann nicht mehr, ob wir hässlich oder schön, klug oder dumm sind.

Wir haben dann nicht mehr die geringste Ahnung von unseren wahren eigenen Wesen. Dann, spätestens dann merken wir unserer Abhängigkeit.

Diese Abhängigkeit zu akzeptieren, kann eine große Chance sein. Doch erst wenn wir sie akzeptieren und annehmen, haben wir die Möglichkeit uns daraus zu befreien.

Vielleicht könnten wir dann sogar erkennen, dass unser verbessertes Rollenspiel nach "NOCH MEHR“ uns nicht im geringsten weiter bringt.

Wo soll uns denn das „MEHR“ hinführen?

Irgendwann muss jedes „MEHR“ ein Ende haben. Denn jeder Berg hat einen Gipfel und dann geht es eben wieder runter.

Doch wie geht es dann weiter ?

Wenn es nichts mehr zu holen gibt, wir an der Spitze des Berges sind und unser Kopf immer noch auf „MEHR“ programmiert ist? 

Es wird runter gehen und zwar tief und wir werden alle dabei „MEHR“ rufen.

Manchmal denke ich wir wollen immer besserer Raupen werden. Raupen mit Glitzer, Raupen mit noch größeren Autos, Raupen mit „MEHR“ hier und da. Hauptsache wir bleiben Raupen und verbessern uns. Nur scheinen wir ohnmächtig zu sein Schmetterlinge zu werden.

Die eigene Raupe hinter sich zu lassen und sich zum Schmetterling zu transformieren wird für uns alle in der nächsten Zeit die Hauptaufgabe werden. Wir haben da eigentlich keine große Wahl. Wir können den Prozess bewusst unterstützen oder wir werden in diesem Hamsterrad stecken bleiben und weiterhin nach „MEHR“ streben, weil wir dort keine anderen alternativen erkennen. Denn es dreht sich und dreht sich. Nur den Ausgang, den wir im "NOCH MEHR" suchen, finden wir dort leider nicht. 

Rilke traf es ganz deutlich in seinem Gedicht „Der Panter“:

quote-left

Sein Blick ist vom Vorübergehn der Stäbe so müd geworden, dass er nichts mehr hält. Ihm ist, als ob es tausend Stäbe gäbe und hinter tausend Stäben keine Welt. Der weiche Gang geschmeidig starker Schritte, der sich im allerkleinsten Kreise dreht, ist wie ein Tanz von Kraft um eine Mitte, in der betäubt ein großer Wille steht. Nur manchmal schiebt der Vorhang der Pupille sich lautlos auf -. Dann geht ein Bild hinein, geht durch der Glieder angespannte Stille und hört im Herzen auf zu sein.

 Rilke 

  


Die Zeilen von Rilke bringen uns unser Dilemma auf eine lyrische Art näher. Die Melancholie schwingt förmlich zwischen den Zeilen mit. Dieses Gefühl, welches der eine oder andere von euch spüren mag, wenn er diese Zeilen liest, ist vielleicht der Antrieb sich aus diesem Dilemma zu befreien. 

Denn es gibt eine Chance dieses Dilemma hinter sich zu lasen :

Denn gemäß dem Polaritätsgesetz gibt es auf der anderen Seite vom „MEHR“ auch ein „WENIGER“. Auch wenn wir es als Gegenteil wahrnehmen, unterscheidet es sich nicht sonderlich von „MEHR“. Es ist vielmehr gleichzeitig vorhanden und bildet eine Einheit. 

Sonst wäre es auch keine Chance!

Denn wer nach außen hin „MEHR“ will, muss ja im inneren „WENIGER“ haben. Sie existieren gleichzeitig. Wie auch sonst soll ein Wunsch nach „MEHR“ entstehen? Oder andersherum ausgedrückt: Verwandelt sich das „WENIGER“ im Inneren zum „MEHR“ wird auch kein Wunsch nach „MEHR“ im Außen entstehen.

Doch wie bekommen wir das „MEHR“ in unser Inneres?

Das bedarf natürlich Training. In dem ihr euer Leben so gestaltet, sodass es euren Bedürfnissen „MEHR“ entspricht.

Ist euch schon mal aufgefallen, dass in Momenten, wo wir uns glücklich und zufrieden fühlen der Drang nach „MEHR“ sich auflöst? Wir sind in solchen Momenten so ausgefüllt, dass wir einfach keine „MEHR“ brauchen.
Der Wunsch nach „MEHR“ muss ja zwangsläufig einem Mangel zugrunde liegen. Sonst könnte er garnicht entstehen. 


Praktisch gesehen bedeutet das:

  • Wenn ich mir „mehr“ Macht wünsche, muss ich eine Ohnmacht in mir fühlen.
  • Wenn ich mir „mehr“ Glück wünsche, muss ich Traurigkeit in mir fühlen.
  • Wenn ich mir „mehr“ Erfolg wünsche, muss ich mich erfolglos fühlen.


Doch wenn wir uns das nicht eingestehen können - was mir ehrlich gesagt auch nicht sonderlich leicht fällt - sind wir ständig dabei uns selbst hinter her zu rennen.

Doch was können wir tun, um dieses energieraubende Rennen zu unterbrechen?

Wir können uns Zeit für uns nehmen und anfangen Achtsamkeitstraining in unseren Alltag zu integrieren.

Denn wenn wir anfangen Achtsamkeit in unser Leben zu integrieren und täglich üben, fangen wir an uns selbst zu erkunden:


  • Wir lernen uns selbst wichtiger zu nehmen, schon allein weil wir Zeit mit uns verbringen.
  • Die Meinungen und Äußerung anderer verlieren immer mehr an Bedeutung.
  • Wir lernen unsere Gefühle klarer wahrzunehmen und zu unterscheiden.
  • Wir lernen unsere Gefühle in ihrer Entstehung zu erkennen. Das ermöglicht uns ihnen einen sanfteren Ausdruck zu verleihen und führt zu besseren Beziehungen.
  • Wir lernen, dass Gedanken nur Gedanken und meist auch nur eine Ausdruck der drunterliegenden Gefühle sind. Das führt uns langfristig zu klareren und entspannteren Handlungen und vor allem einer freieren Lebensführung. 


Dieser immer klarere Bezug zu unserem Selbst wird mit der Zeit die Meinungen anderer nicht mehr benötigen.

Warum auch?

Wir haben ja uns und unseren (Selbst)wert gefunden. Wir wissen wer wir sind und wer wir nicht sind. Unser neu entdecktes "Selbst" kann sich dann in seiner natürlichen Form nach Außen zeigen und benötigt keinen mehr, um seine Existenz zu bestätigen.

Auch unser Konsum wird, wie wir ihn heute leben, für uns keine Bedeutung mehr haben. Wir werden natürlich weiterhin konsumieren, nur nicht mehr aus dem Motiv heraus, um unseren äußeren Status aufzublähen. Dafür wird es keinen Grund mehr geben.

Wir Menschen werden uns auch nicht in unser "ICH" verkriechen. Wir werden uns natürlich weiterhin begegnen, um beispielsweise von uns zu lernen, sich auszutauschen, um Freude und Spaß miteinander zu haben und gemeinsam etwas kreatives zu erschaffen.

Doch wir werden uns dann nicht mehr vergleichen oder miteinander in Konkurrenz treten. Denn wir haben unseren (Selbst)Wert gefunden und wissen das wir einzigartig sind.

Sei anders!

Marcus

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